In dieser Folge von Hydrogen Journeys mit Stäubli tauchen wir in die komplexe Welt des Wasserstofftransports und der Wasserstoffverteilung ein. Unsere Experten Jose Cardenas und Sébastien Pollet untersuchen die technischen Hürden, die sich aus den einzigartigen Eigenschaften von Wasserstoff ergeben – wie z. B. seine winzige Molekülgröße und seine hohe Entflammbarkeit – und erläutern, wie Sicherheit und Zuverlässigkeit im Mittelpunkt jeder Lösung stehen.
Entdecken Sie Beispiele aus der Praxis, darunter die Partnerschaften von Stäubli mit Lhyfe, einem führenden Unternehmen in der Produktion von erneuerbarem Wasserstoff, und Atawey, einem Spezialisten für mobile Wasserstoffstationen. Erfahren Sie, wie innovative Schnellkupplungen und Hochdrucksteckverbinder den Wasserstofftransfer sicherer, schneller und ergonomischer machen.
Wenn Sie neugierig auf die Zukunft der sauberen Energie sind und Einblicke in praktische Lösungen für die Wasserstofflogistik erhalten möchten, ist diese Folge ein Muss!
Hinweis: Der Original-Podcast ist auf Englisch, die nachfolgende Transkription wurde jedoch ins Deutsche übersetzt.
Willkommen zur zweiten Folge von Hydrogen Journeys mit Stäubli.
In der vorherigen Folge haben wir uns mit der Standardisierung von Wasserstoff und der Rolle von Stäubli bei der Festlegung von Standards befasst. Heute werden wir uns die Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der Wasserstofflogistik anhand einiger Beispiele aus der Praxis ansehen. Und ich freue mich, zwei Spezialisten von Stäubli begrüßen zu dürfen , José Cardenas, Marktmanager für alternative Kraftstoffe und Sébastien Pollet, Marktmanager für pharmazeutische Chemikalien, Öl und Gas.
Hallo und herzlich willkommen! Wir beginnen heute mit dem Thema "Transport von komprimiertem Wasserstoff" und werfen gemeinsam mit Sébastien einen genaueren Blick darauf. Sébastien, kannst du uns in wenigen Worten schildern, was die größten Herausforderungen beim Transport von Wasserstoff sind?
Die Herausforderungen sind in erster Linie technischer Natur, was vor allem auf die komplexen Eigenschaften des Wasserstoffmoleküls zurückzuführen ist. Das Molekül ist extrem klein und kann in bestimmte Materialien eindringen, was dazu führt, dass Installationen geschwächt werden können – beispielsweise durch Risse oder Brüche in Metallteilen. Hinzu kommt, dass Leckagen bei Wasserstoff aufgrund seiner hohen Entflammbarkeit schnell zu gravierenden Sicherheitsrisiken führen können. Für Hersteller ist es daher essenziell, diese Besonderheiten zu berücksichtigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Temperatur- und Vibrationsprobleme während des Transports vermieden werden.
Verstanden. Angesichts dieser Besonderheiten: Welche wesentlichen Punkte sind entscheidend, um eine sichere und kontrollierte Wasserstofflogistik zu gewährleisten?
Für Füll- und Entleerungsprozesse ist der Zugang der Bediener zu äußerst zuverlässigen Geräten von größter Bedeutung. Diese müssen den Betrieb nicht nur sicher, sondern auch effizient und einfach handhabbar machen.
Schnellkupplungen spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie in jeder Phase des Wasserstofftransfers eingesetzt werden – sei es beim Transfer zu oder von stationären Infrastrukturen, mobilen Einheiten oder sogar direkt von Fahrzeug zu Fahrzeug. Neben Sicherheit und Zuverlässigkeit ist die Ergonomie ein weiteres entscheidendes Kriterium.
Vielen Dank, Sébastien. Zuverlässigkeit und Sicherheit sind zentrale Bestandteile der Stäubli-Produkte, das ist uns bewusst. Könntest du uns ein konkretes Beispiel nennen, etwa zur Zusammenarbeit mit der Firma Lhyfe?
Natürlich! Lhyfe ist ein führender Konzern, der in 11 europäischen Ländern präsent ist und sich auf die Produktion und Lieferung von grünem, erneuerbarem Wasserstoff spezialisiert hat. Stäubli hat Lhyfe von Beginn an durch unser Know-how bei der Entwicklung von Verbindungssystemen unterstützt, die speziell für die Gasverteilung angepasst sind. Die entwickelte Lösung kombiniert in erster Linie Sicherheit und Effizienz beim Transfer von Wasserstoff bei einem Druck von 500 bar. Ziel war es, die Handhabung so einfach wie möglich zu gestalten – sowohl beim Befüllen der Tanks als auch bei der anschließenden Abgabe an firmeneigene Flotten, wie beispielsweise Gabelstapler oder andere wasserstoffbetriebene Geräte.
Eine wirklich beeindruckende Partnerschaft! Können Sie uns mehr Details über das von Stäubli eingesetzte System geben?
Natürlich. Es handelt sich um einen Schnellsteckverbinder, der speziell für Hochdruckanwendungen entwickelt wurde. Das System ist ergonomisch, zuverlässig und einfach zu bedienen – es wird kein Werkzeug benötigt. Der Schnellsteckverbinder ist mit einem flexiblen Schlauch kombiniert und umfasst eine sogenannte "Breakaway"-Funktion. Dabei handelt es sich um eine Abreißsicherung, die sowohl die Sicherheit des Bedieners als auch der Anlage bei unbeabsichtigtem Überziehen gewährleistet. Dieser Mechanismus erlaubt es der mobilen Einheit, sich im Falle eines Vorfalls sicher vom Verlade- oder Befüllsystem zu trennen und den Kreislauf automatisch zu schließen, wodurch Leckagen verhindert werden.
Faszinierend! Vielen Dank für die Erklärung, Sébastien. Nun möchte ich mich an José wenden. Kannst du uns mehr über eine weitere Partnerschaft erzählen, die Stäubli mit Atawey eingegangen ist?
Sehr gern. Atawey ist ein führender Anbieter bei der Entwicklung von Wasserstofftankstellen, insbesondere mobilen Stationen. Diese mobilen Stationen sind im Containerformat aufgebaut, können auf der Straße transportiert und direkt beim Kunden installiert werden. Sie kommen bereits mit vorgefülltem Wasserstoff und ermöglichen den Betrieb innerhalb von weniger als einem halben Tag.
Diese mobile Lösung bietet lokalen Behörden die Möglichkeit, wasserstoffbetriebene Fahrzeuge wie Müllfahrzeuge, Busse oder andere Fahrzeugtypen unkompliziert und innerhalb eines definierten Zeitraums zu testen. Damit lassen sich hohe Investitionen und häufig lange Vorlaufzeiten vermeiden, die bei der Einrichtung stationärer Tankstellen üblicherweise erforderlich sind.
In den mobilen Stationen werden die von Stäubli entwickelten Steckverbinder verwendet. Sie erleichtern nicht nur das Nachfüllen von Wasserstoff während des Betriebs, sondern dienen auch als Verbindungselement zwischen den verschiedenen Komponenten der Station.
Unsere Steckverbinder sind speziell für Hochdruckanwendungen mit Betriebsdrücken von bis zu 700 bar entwickelt. Dabei sorgen sie für eine schnelle und benutzerfreundliche Handhabung, ohne dabei jemals die Sicherheit zu gefährden – denn Sicherheit bleibt stets unsere oberste Priorität.
Vielen Dank euch beiden für dieses aufschlussreiche Gespräch und ein großes Dankeschön an unsere treuen Zuhörer. Schalten Sie auch in der nächsten Folge wieder ein – dann tauchen wir in die spannenden Wasserstoffanwendungen in der Bahnindustrie ein. Bis bald und bleiben Sie neugierig!