In dieser Folge von Hydrogen Journeys with Stäubli werfen wir einen Blick darauf, wie Wasserstoff den Bahnsektor revolutioniert. Da noch immer die Hälfte der europäischen Bahnstrecken nicht elektrifiziert ist, steht der Ersatz von Dieselantrieben im Mittelpunkt einer großen ökologischen Herausforderung. Raphael Touchais, Railway Market Specialist bei Stäubli, erklärt, warum Wasserstoff-Brennstoffzellen eine vielversprechende Alternative zu reinen Batterielösungen darstellen – insbesondere, wenn es darum geht, CO₂-Emissionen zu senken und gleichzeitig die Reichweite zu optimieren.
Erfahren Sie mehr über die zentralen Herausforderungen bei der Einführung von Wasserstoff im Bahnverkehr: darunter die Betankung von Zügen auf unterschiedlichen Strecken, die Wartung von Tanks und Brennstoffzellen und die Sicherstellung von Sicherheit und Effizienz im täglichen Betrieb. Zudem zeigen wir, wie das Know-how von Stäubli bei Schnellverbindungssystemen den Wandel unterstützt – mit maßgeschneiderten Lösungen für den sicheren Wasserstofftransfer, effiziente Kühlkreisläufe und optimierte Wartungsprozesse.
Wenn Sie verstehen möchten, warum Wasserstoff die Mobilität auf der Schiene nachhaltig verändert und wie innovative Technologien den Weg in eine emissionsfreie Zukunft ebnen, sollten Sie diese Folge auf keinen Fall verpassen!
Hinweis: Der Original-Podcast ist auf Englisch, die nachfolgende Transkription wurde jedoch ins Deutsche übersetzt.
Willkommen zur dritten Folge von Hydrogen Journeys with Stäubli, dem Treffpunkt für alle, die sich für die Wasserstoffindustrie begeistern!
Nachdem wir uns in den letzten Folgen auf die Wasserstofflogistik konzentriert und die Schlüsselrolle von Stäubli hervorgehoben haben, wenden wir uns heute einem neuen spannenden Thema zu: der Anwendung von Wasserstoff im Schienenverkehr. Wir freuen uns, Raphaël Touchais, Spezialist für den Schienenverkehrsmarkt bei Stäubli, bei uns zu haben. Er wird uns durch die Welt des Wasserstoffs in der Bahnentwicklung führen.
Die Reise beginnt jetzt.
Hallo Raphaël.
Hallo.
Raphaël, aus Ihrer Sicht als Branchenexperte: Warum zeigt die Bahnindustrie eine wachsende Begeisterung für Wasserstoff?
Sehr gern. Aktuell sind etwa 50 % aller Bahnstrecken in Europa noch nicht elektrifiziert. Das bedeutet, dass alle Züge auf diesen Strecken mit Dieselantrieb betrieben werden, was natürlich CO₂-Emissionen verursacht. Da die Öffentlichkeit zunehmend Druck für nachhaltige Lösungen macht, möchten politische Entscheidungsträger mit umweltfreundlichen Initiativen aktiv werden. Eine wichtige Strategie ist es, Verkehrsunternehmen dazu zu ermutigen, fossile Brennstoffe durch saubere Energien zu ersetzen.
Es gibt drei mögliche Ansätze. Die erste Option ist die Elektrifizierung der nicht elektrifizierten Strecken. Dies erfordert jedoch enorm hohe Investitionen und wird daher von den Behörden oft nicht bevorzugt.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, Dieselantriebe durch Batterien zu ersetzen, die während der Fahrt auf elektrifizierten Strecken aufgeladen werden können. Das wäre eine Kombination aus der Nutzung von Strom und der Flexibilität von Energiespeicherung. Allerdings ist die Reichweite solcher Batterielösungen begrenzt. Dennoch arbeiten einige Zughersteller daran.
Die dritte und spannendste Option – und unser heutiges Thema – ist der Ersatz von Dieselantrieben durch Wasserstoff-Brennstoffzellen. Diese bieten nicht nur eine erhebliche Reduktion der CO₂-Emissionen, sondern auch eine deutlich höhere Reichweite im Vergleich zu rein batteriebetriebenen Varianten.
Was nun die dritte und letzte Option betrifft, nämlich die Dieseltraktion durch Wasserstoff-Brennstoffzellen zu ersetzen, kann ich mir vorstellen, dass dies eine Reihe von Herausforderungen für die Eisenbahnindustrie mit sich bringen würde. Weelche wären das?
Eine wesentliche Herausforderung ist die Betankung der Züge. Hier gibt es zwei Szenarien:Wenn ein Zug auf einer festen Strecke verkehrt, können die Tankstellen speziell für diesen Zug ausgelegt werden. Schwieriger wird es jedoch, wenn der Zug auf unterschiedlichen Strecken eingesetzt wird. In diesem Fall muss das Betankungssystem mit allen Wasserstoffzügen, die diese Strecken befahren, kompatibel sein.
Eine weitere Herausforderung betrifft die Wartung von Wasserstoffsystemen im Zug. Zum Beispiel müssen Techniker die Tanks sicher montieren, demontieren und austauschen können, wobei Zeitaufwand, Kosten und Sicherheit optimiert werden müssen. Ähnliche Anforderungen gelten auch für die Wartung von Brennstoffzellen – wie den Austausch von Membranen oder Filtern – sowie der zugehörigen Batteriepacks und Kühlsysteme. Ziel ist es stets, Ausfallzeiten zu minimieren.
Danke, Raphaël, das sind viele Herausforderungen für die Akteure auf diesem Markt. Und wenn wir schon über schnelle Verbindungen sprechen, denn hier liegt die Expertise von Stäubli, können Sie unseren Zuhörern kurz erklären, was die wichtigsten Punkte sind, die es zu beachten gilt?
Natürlich. Die Bahnumgebung stellt sehr spezielle Anforderungen, und unsere Verbindungssysteme sind darauf ausgelegt, diese strengen Standards in Bezug auf Nutzung, Wartung und Lebensdauer zu erfüllen.
Im Bereich Wasserstoff ermöglichen unsere Schnellverbindungen die vollständige und sichere Entleerung der Wasserstofftanks während der Wartungsarbeiten in den Betriebshöfen. Gleichzeitig sorgen sie für einen zuverlässigen Wasserstofftransfer vom Tank zur Brennstoffzelle und gewährleisten eine schnelle und sichere Isolierung von Systemkomponenten.
Auch bei der Brennstoffzelle selbst spielen unsere Lösungen eine entscheidende Rolle. Unsere Schnellverbindungen ermöglichen den Anschluss der Kühl-, Entleerungs- und Befüllkreisläufe, beispielsweise für ein Glykol-Wasser-Gemisch. Zudem bieten wir Lösungen für die Kühlung von Batteriepacks und Konvertern, stets mit Blick auf die Sicherheit und eine lange Lebensdauer der Systeme.
Vielen Dank für diese Einblicke. Abschließend: Wie sieht die Rolle von Stäubli in dieser Transformation des Schienenmarktes aus, und welche Lösungen bieten Sie, um diese Entwicklung zu unterstützen?
Es ist offensichtlich, dass Diesel nicht mehr als Antrieb der Zukunft für Züge in Frage kommt. Alternative Lösungen sind unerlässlich, und Wasserstoff stellt eine vielversprechende Möglichkeit dar. Weltweit arbeiten viele Zughersteller bereits daran.
Stäubli ist seit vielen Jahren ein führender Anbieter im Bahnsektor und spezialisiert auf schnelle, sichere und leistungsstarke Verbindungssysteme. Wir kooperieren mit den großen Akteuren der Bahnindustrie – vom OEM bis zum Endkunden – und bieten maßgeschneiderte Lösungen für alle Anwendungen im Wasserstoffbereich. Unser Portfolio deckt alles ab, von der sicheren Entleerung der Wasserstofftanks über die Betankung der Brennstoffzellen bis hin zur Kühlung von Batteriepacks und Konvertern.
Nun, ein großes Dankeschön an dich, Raphaël, dass du diese Informationen mit unseren Zuhörern geteilt hast. In unserer nächsten Folge tauchen wir in die Welt der Wasserstoffbetankung ein und erfahren, wie sich Stäubli als führender Partner in diesem Bereich einen Namen macht.
Bis bald!